Der Naturpark Bayerischer Wald – Refugium seltener Tiere und Pflanzen

Naturpark Bayerischer Wald by Angelika-Schmid / pixelio.de

Naturpark Bayerischer Wald by Angelika-Schmid / pixelio.de

Nördlich der Donau, südlich der Regen und des Lam, westlich der tschechischen Grenze sowie von dem Fluss Ilz (Flusslandschaft des Jahres 2002/2003) durchquert, liegt der 1967 ernannte und gut 3000 km² große Naturpark Bayerischer Wald, der östlich an den kleineren Nationalpark Bayerischer Wald grenzt. Als eins der größten geschlossenen Waldgebiete Mitteleuropas dient der Naturraum Bayerischer Wald als wichtige Heimstatt und Zuflucht für sonst bundesweit stark gefährdete oder gar ausgestorbene Fauna und Flora. Im Naturpark sind seltene Tiere wie z. B. Auerhuhn, Alpenbraunelle, Fischotter, Luchs, Flussuferläufer, Eisvogel, Wasseramsel, Flussperlmuschel, Mopsfledermaus, Dreizehenspecht und Wanderfalke  noch heimisch.

Der innerhalb der vier bayerischen Landkreise Regen, Freyung-Grafenau, Straubing-Bogen und Deggendorf gelegene Naturpark Bayerischer Wald bietet mit seinen Landschaften wie etwa den Auwäldern und Altwasserärmen der Donau, der 140 km langgezogenen Felsformation Quarzpfahl zwischen Oberpfalz und Oberösterreich, der Arberregion und den zentralen Hochmooren auch zahlreichen seltenen Pflanzen ein relativ sicheres weil nahezu unberührtes und besonders geschütztes Gebiet. So gedeihen auf den vielen malerischen Bergwiesen und Bergmischwäldern des Parks etwa Pflanzen und Gewächse wie der ungarische Enzian, einige rare Orchideenarten, die wertvolle Heilpflanze Arnika, außerdem auch das Felsen-Straußgras und der Krause Rollfarn, der sonst nur in den Alpen wächst.

Sehr gut ausgebaut ist die Informationsinfrastruktur des Naturparks. Insgesamt sechs Informationszentren in Bayerisch Eisenstein, Viechtach, Bogen, Außenzell und Schloss Fürsteneck halten alle erdenkbaren Informationen zu allen Aspekten des Naturparks in Schrift und Bild bereit, Dauerausstellungen, interaktive Vorführungen, Vorträge, Fortbildungen und thematische Führungen beleuchten die ökologische Vielfalt der Region ausführlich und lassen somit fast keine Fragen der interessierten Besucher unbeantwortet. Speziell für Kinder und Jugendliche werden auch Projekttage, Umweltbildung zu den verschiedenen Lebensräumen Wiese, Hecke, Wald, Bach, Weiher und Pfahl sowie zur Welt der Insekten angeboten. In Kooperation mit dem Schullandheim Niederbayern-Oberpfalz wird an den Schullandheimen Habischried und Sankt Englmar außerdem die sog. „Grüne Klassenfahrt“ angeboten, während der den Schülern die Zusammenhänge im fragilen Bioysystem anschaulich nahegebracht werden sollen. Ergänzt wird diese umfassende organisatorische Struktur auch durch mehrere hauptberufliche Gebietsbetreuer, die vergleichbar mit den sog. „Rangern“ in überseeischen National- und Naturparks im Naturpark Bayerischer Wald über die Einahltung der notwendigen Schutzbestimmungen wachen, und die Besucher über die Regeln des Parks informieren.

Auch das Regionalmarketing von im Gebiet erzeugten Produkten und Dienstleistungen spielt eine immer größere Rolle. Durch die Förderung von Direktmarketing von z. B. lokaltypischen Nahrungsmitteln, Kunsthandwerk, und Kleidungsstücken profitieren sowohl die ortsansässigen Produzenten als auch die Besucher, die sich über ein authentisches Mitbringsel und Souvenir aus ihrem Urlaub im Naturpark Bayerischer Wald freuen können. Diese nachhaltige und ökologische Herangehensweise wird auch von namhaften bayerisch wie bundesweit vertretenen Öko-Organisationen maßgeblich unterstützt.
7000 km markierte Wanderwege und die 1100 km langen, z. T. grenzüberschreitenden Fernwanderwege, die den Naturpark kreuzen machen den Park auch zu einem Eldorado für Wanderfreunde. Auf bekannten Wegen wie dem Goldsteig, dem Baierweg, dem Böhmweg, dem Gunthersteig, der Goldenen Steige, dem Pandurensteig und der Gläsernen Steige kann der Park intensiv erlaufen werden. Zusätzlich bieten über 30 Naturerlebnis- und Lehrpfade Einblicke in die einzigartige Natur der Gegend. Auch Radler kommen hier auf ihre Kosten, Radwege in einem Gesamtumfang von ca. 3000 km sowie die Abschnitte der Fernradwege Donauradweg, Donau-Regen-Radweg, Regentalradweg, Nationalpark-Radweg und der Adalbert-Stifter-Geh-und-Radweg ermöglichen ein sportliches Kennenlernen der Region.

Auch an historischen Zusammenhängen und Gebäuden Interessierten bietet der Naturpark mit seinen vielen Schlössern, Burgen, Museen und Galerien umfangreiches Anschauungsmaterial. Der Museumskomplex Schloss Wolfstein, die Heimat- und Brauchtumsmuseen in Grafenau, die Glasmuseen in Regen und Umgebung sowie die Kunstmuseen im Landkreis Deggendorf gelten als genauso sehenswert wie die Museen des Landkreises Straubing-Bogen.

Der Naturpark Bayerischer Wald ist also im Sommer wie im Winter als reizvolles Reiseziel geeignet, Unterkünfte entsprechend des persönlichen Geschmacks und der bevorzugten Urlaubsaktivitäten finden sich in der gesamten Region, und auch Ferienwohnungen im Bayerischen Wald zeichnen sich durch einen hohen Komfort bei gleichzeitiger Naturnähe aus.

Foto: www.pixelio.de

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