„Grün ist das Land, rot ist die Kant (rot ist die Wand), weiß ist der Sand, das sind die Farben von Helgoland.”
Schöner und vor allem treffender kann man die 70 km vom Festland entfernt liegende Hochsee-Insel nicht beschreiben. Es ist schon fast eine Sünde Helgoland nur bei einem Tagesausflug kennenzulernen. Aber was heißt kennenlernen, in knapp vier Stunden ist dies kaum möglich und viele Besucher haben überhaupt keine andere Wahl, als am Ende, bepackt mit zollfreier Ware, über die Insel zu hetzen.
1200 Einwohner wohnen auf der Insel, die mit der imposanten Höhe von 61 m ganz unvermittelt bei der Überfahrt am Horizont erscheint. Sie ist nur 1 qkm groß, so dass sowohl im Unterland als auch im Oberland gewohnt wird.
Die beiden Bereiche sind mit einem Fahrstuhl miteinander verbunden, wobei Sportliche die 181 Stufen mit Aussicht bevorzugen dürften. Steigt man aus dem Lift, gelangt man sofort auf die obere “Ausgehmeile” der Insel! Cafés, urige Fischrestaurants und zwei kleine Tanzbars erfreuen das Herz des Touristen, der sich gegen einen Tagesausflug entschieden hat.
Vorbei an schnuckeligen Wohnhäusern mit liebevoll gestalteten Gärtchen, oftmals mit HSV Fahnen geschmückt, gelangt man bald an den vorgegebenen Rundweg entlang der steil abfallenden Klippen, den man unbedingt einmal gegangen sein MUSS. Das Fernglas sollten sie immer zur Hand haben, denn Helgoland, insbesondere der Lummenfelsen, ist der einzige Brut- und Rastplatz für Hochseevögel wie Basstölpel, Eissturmvögel und besagter Lummen. Vogelkundliche Führungen werden von der Biologischen Anstalt und der Vogelwarte regelmäßig angeboten und sind lohnenswerte naturkundliche Erlebnisse.
Zu Helgoland gehört auch die 0,7 qkm große Badedüne, die nicht nur im Sommer einen Besuch wert ist. Seehundkolonien haben sich auf ihr niedergelassen und diese aus respektvoller Distanz beim Sonnenbad zu beobachten ist ein wunderbares Erlebnis. Alljährlich im November sind die Kegelrobben Damen in froher Erwartung und im Dezember/ Januar liegt das entzückende Ergebnis wohl behütet mitten im Familienbund.
Ich selber habe mit meinem Mann im August 2009 eine wunderschöne Woche auf dieser einzigartigen Insel verbracht. Petrus schickte ausschließlich Sonnenstrahlen hinab und wir genossen im wahrsten Sinne des Wortes einen ungetrübten Badeurlaub auf der vorgelagerten Düne. Die Fähre legt in der Hochsaison im halbstündigen Rhythmus von der Hauptinsel ab und nach 15 min befindet man sich auf dem Paradies für Sonnenanbeter, Schwimmer und kleine Buddelkönige, so dass sich ein Ferienaufenthalt auf Helgoland besonders in den Sommermonaten für Familien geradezu anbietet.
Ursprünglich war die Hauptinsel mit der Düne vereint, doch eine Sturmflut, ausgerechnet in der Neujahrsnacht 1721, riss die Insel in zwei Teile. Nach einem kurzen Spazierweg durch Dünen und Sanddornbüsche gelangt man an einen unbeschreiblich schönen weißen Sandstrand. Der rot weiße Leuchtturm bietet einen faszinierenden Kontrast zum zumeist strahlend blauen Himmel. Ein paar Strandkörbe sind entlang der Dünenbegrenzung aufgereiht, aber es ist genauso schön, im warmen weichen Sand mit Decken zu lagern. Das Meer leuchtet in vielen Türkis- und Blautönen, ja man könnte fast meinen, man wäre in der Karibik gestrandet.
Vorbei am Flugplatz ein Schild mahnt bei der Querung der Einflugschneise zur Vorsicht und das erschreckenderweise völlig zu recht, kann man die Insel innerhalb von einer knappen Stunde auf vorgegebenen Pfaden umrunden. 14 Informationstafeln vermitteln Wissenswertes über die Düne in puncto Entstehung, Lebensraum im Wasser und in der Luft und bittet gleichzeitig um den sensiblen Umgang mit dieser einzigartigen Naturlandschaft.
Natürlich entdeckten wir auch recht bald die Seehundkolonie, sich müßig in der warmen Sonne aalend, um nur ab und zu mal zur Nahrungsaufnahme ins Meer zur verschwinden. Das Verhalten der Tiere unterschied sich kaum von dem unserem, außer das Robben nicht lesen können und wir unsere Nahrung vom Dünenrestaurant mit tollem Strandblick bezogen. Ganz besonders kritisch wurde von uns Berlinern die Currywurst unter die Lupe genommen und für ausgesprochen gut befunden.
Helgoland erreichen Sie von den Hamburger Landungsbrücken (Hafen) bequem mit dem Halunder-Jet, oder sie begeben sich auf die Schiffe, die von Büsum und Cuxhaven die beliebte Hochseeinsel ansteuern.
Die Flagge von Helgoland hängt übrigens bei uns auf der Terrasse und wir sind sicher, dass sich spätestens im nächsten Jahr wieder eine Urlaubslücke für dieses schöne Eiland ergeben wird.
Fotos: www.pixelio.de


