Alle sieben Jahre: Lebensfreude beim Schäfflertanz in Garmisch-Partenkirchen

Alle sieben Jahre ist es so weit. Die bei Wintersportlern und Sommerfrischlern so beliebte Alpengemeinde Garmisch-Partenkirchen zelebriert den Schäfflertanz und das jeden Sonntag bis Aschermittwoch 2012. Erfinder war die Münchner Zunft der Fasshersteller, die Schäffler, die seit Beginn des 18. Jahrhunderts mit fantasievollen Tanzfiguren das Volk belustigten. Zuversicht und Lebensfreude drückt dieser Tanz aus, sofort springt der Funke auf die Schaulustigen über, sei es auf die oftmals in Tracht gewandeten Einheimischen oder auf die erstaunten, anfänglich noch etwas zurückhaltenden  Touristen.

Die Bläser geben bei der akustischen Untermalung des Tanzes eindeutig den Ton an, dazu schwingen Männer in der traditionellen Schäfflerkluft bogenförmige Zweige aus Buchsbaum oder Eiben und malen verschiedene Tanzfiguren in den weiten Himmel. Die “Schnecke”, das “Sommerhaus” oder die “Krone” lassen sich allerdings nur mit geübtem Blick erkennen.

Traditioneller Schäfflertanz
Schäfflertanz Mainburg, Foto: Utz Wolfgang / pixelio.de

“Den Rhythmus, wo man mit muss” gibt der sogenannte „Triebler“ vor. Ein Fass – was auch sonst – hält den Taktschlägen stand, während ein „Wurstel“, der Spaßmacher der Truppe, aktuelle Geschehnisse pantomimisch gekonnt auf’s Korn nimmt. Apropos Korn: Ein besonderer Spaß ist es, die Reifenschwinger zu beobachten. Sie wirbeln  selbige so gekonnt durch die Luft, dass das auf einer kleinen Verdickung stehende Schnapsglas nebst Inhalt nicht verschüttet wird.

Die letzte Aufführung der Saison ist besonders stimmungsvoll, denn sie findet am späten Abend bei Dunkelheit statt und ausschließlich Fackeln erhellen das fröhliche Spektakel. Am Ende wird den Tanzreifen der Garaus gemacht und die Bruchstücke dem Publikum zugedacht. Für Touristen ist dies bestimmt ein nettes Souvenir und eine schöne Erinnerung an den Urlaub in Garmisch Partenkirchen.

40 verschiedene Tänze beherrschen die Teilnehmer, die sich übrigens keine Sorgen um den Nachwuchs machen müssen. In das Ensemble aufgenommen zu werden ist eine Ehre und die Zahl der Bewerber an zukünftigen Tänzern liegt deutlich über dem Bedarf.
Derartige Events sind es, die einem Urlaub in Bayern erst so richtig die Würze geben, und wenn diese sogar nur alle sieben Jahre stattfinden, ist das ganz bestimmt ein Highlight, was man noch lange in Erinnerung behalten wird.

Ein Kommentar

  1. Sabine aus Österreich sagt:

    Davon hatte ich noch nie gehört, aber es scheint sehr interessant zu sein.Sollte man hinfahren.

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