Die Vulkaninsel Lanzarote

Kratersee El Golfo auf Lanzarote

El Golfo auf Lanzarote, Foto: © Rolf Handke/PIXELIO

 

Lanzarote- die Kanareninsel die polarisiert, entweder man liebt sie abgöttisch oder man besucht sie einmal und kehrt nie wieder.

Karg, schwarz-rot,hügelig und weitestgehend vegetationslos, die Insel gilt als eine der unfruchtbarsten der Welt!  Ein wenig Bananenkultur, Gewächshäuser mit Tomaten, ein kleines Weinanbaugebiet, das war es auch schon, die meisten Lebensmittel werden importiert. Durch den heftigenVulkanausbruch von 1730-1736 wurde ein Viertel der Insel verschüttet und vernichtete damit auch die letzten fruchtbaren Ebenen der Insel.

Heute lebt Lanzarote fast ausschließlich vom Tourismus. Strände und unglaubliche von der Natur und von Menschenhand geformte Sehenswürdigkeiten auf relativ engem Raum begeistern Touristen aus ganz Europa. Dazu kommt das angenehm milde Klima. Selten wird es im Winter tagsüber kühler als 19 C Grad und in den kanarischen Sommern erwärmt sich die Luft fast nie über 30 C Grad. Ferienhauser und Ferienwohnungen auf Lanzarote muss man nicht lange suchen, Appartementanlagen, Hotels und schöne Fincas in Alleinlage sind in jedem Ort zu finden.

Es gibt drei große touristische Zentren auf der Insel. Puerto del Carmen im Südosten der Insel gibt den zumeist pauschal reisenden Urlaubern sein zu Hause auf Zeit. Die Infrastruktur in diesem Touristenzentrum ist derart ausgebildet, dass dem vergnügungssüchtigen Feriengast auch so wirklich gar nichts einfallen dürfte, worauf er verzichten müsste. Von der ellenlangen Promenade abgesehen, kann man im alten Hafen noch am ehesten „spanisch-kanarisch“ speisen, mehrere Strandbuchten reihen sich aneinander, das Wasser ist zumeist ruhig, also auch für Familien mit Kindern die ideale Badewanne.

Playa Blanca im Süden ist das zweite Tourismuszentrum, das sich in den letzten Jahren sehr verändert hat. Die Verlängerung der wirklich gelungenen Promenade in Richtung der spektakulären Strände, der Playas de Papagayo, hat viele neue Appartementanlagen und gastronomische Einrichtungen sowie den neuen Sporthafen Puerto Rubicon entstehen lassen. Vom Hafen Playa Blanca fahren auch die Fähren nach Fuerteventura ab, ein Tagesausflug der sich für Fans einmaliger Dünenstrände und ambitionierte Brandungssurfer durchaus lohnt.

10 km nördlich von Arrecife der Inselhauptstadt, liegt die Costa Teguise, auch hier fehlt es Urlaubern an nichts und Golfspieler lieben den schön angelegten Platz mit Driving Range.

Neben weitläufigen Hotel- und Appartementanlagen gibt es auch viele Ferienunterkünfte auf Lanzarote, die zumeist auch durch besonders schöne Lagen bestechen. Besonders idyllisch wohnt es sich in dem Dorf Yaiza, weiße Häuser mit knallgrünen Fensterläden bilden einen faszinierenden Kontrast zur dunklen Erde.

Sich allerdings auf Lanzarote ausschließlich dem Müßiggang an den Stränden oder gar am Hotelpool hinzugeben, ist schon fast eine Sünde. Zu spektakulär sind die Ausflugsziele der Insel, für die es sich lohnt, den Tourbus zu besteigen oder den Zündschlüssel im Mietwagen umzudrehen. Mit einer Fläche von 846 qkm kann man Lanzarote prima mit dem Auto an zwei bis drei Tagen ganz entspannt entdecken und es lohnt sich wirklich!

Beginnen wir am besten mit dem Künstler auf Lanzarote, César Manrique, der durch seine Kunst und Architektur die Insel nicht unwesentlich mitgestaltete und auch dafür sorgte, dass Lanzarote nicht einem uneingeschränkten Bauboom zum Opfer fallen sollte. Das Prinzip „nie höher zu bauen als die längste Dattelpalmen wachsen kann“ hatte er ins Leben gerufen, was natürlich einigen Investoren sehr missfiel. César Manrique starb leider viel zu früh bei einem Autounfall im September 1992 auf „seiner“ Insel, ausgerechnet in einem der von ihm ins Leben gerufenen Kreisverkehre. Diese sollten den Straßenverkehr eigentlich sicherer machen…

Sein originelles in Lava gebautes unterirdisches Haus ist zur Besichtigung freigeben und eine angegliederte Dauerausstellung zeigt Ideen, Skizzen und Werke des Künstlers.

César Manrique war es auch, der der Insel einen der schönsten Aussichtspunkte der Insel beschert hat. Der Mirador del Rio, ein von außen kaum wahrnehmbares in einen Felsvorsprung geschlagenes Gebäude mit Terrasse, gibt den Blick frei auf die kleine Fischerinsel La Graciosa. Vögel segeln entlang der kargen Felsen, das Meer changiert in allen Farben, diesen Ausblick mit Weitblick behält man noch lange in Erinnerung.

Desweiteren schuf César Manrique den wunderbaren Jardin de Cactus, den Kaktusgarten, den man unbedingt bei einem Inselausflug gesehen haben sollte. Genauso bizarr die Vulkangrotte Jameos del Agua, mit dem unterirdischen See und einer Konzerthalle, die der Künstler so fantasievoll ausstattete, dass man diese auch gerne öfter als einmal besucht.

Die Hauptsehenswürdigkeit der Insel sind natürlich die legendären Feuerberge der Insel. Der Nationalpark von Timanfaya mit seinem hochinteressanten anschaulichen Besucherzentrum am Eingang des Parks ist ohne Frage die größte naturwissenschaftliche Attraktion der Insel.

Eine Bustour mit internationalem erläuternden Kommentar entlang der riesigen Vulkankrater und dem eruptiven Material ist schon fast surreal. Die Vorführungen der Ranger am Ende der halbstündigen Tour dokumentieren die unglaubliche Hitze, die immer noch nur wenige Zentimeter unter der Erde herrscht, lassen Sie sich von den beeindruckenden Experimenten am besten überraschen!  Im Besucher-Restaurant werden Grillhähnchen, für alle im Eingangsbereich sichtbar, ausschließlich mit vulkanischer Energie gegrillt, faszinierend.

Weinanbaugegbiet La Geria

La Geria das Weinanbaugebiet auf Lanzarote, Foto: © Ernst Reisig/PIXELIO

Wenn Sie mal einen ganz besonderen Wein genießen wollen, dann statten Sie dem kleinen Weinanbaugebiet La Geria einen Besuch ab. Unglaublich, was die Weinbauern hier geleistet haben, um dem Boden ein wenig Fruchtbarkeit abzugewinnen. Spezielle Ausflugsfahrten mit Weinproben werden auf der Insel angeboten und ein Fläschchen für zu Hause ist ein Souvenir, was unbedingt in den Koffer eines jeden Weinliebhabers gehören sollte.

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