Osterbräuche aus aller Welt Teil 2

Im letzten Teil des Artikels haben Sie erfahren, wie unterschiedlich man Ostern in Polen, Ungarn, Bulgarien und Großbritannien feiern kann. Dies waren jedoch nicht die einzigen Länder, in denen es sehr unterschiedliche Bräuche gibt. Im zweiten Teil erfahren Sie, wie man in Italien, Finnland, Tschechien, Schweden und Australien das Osterfest genießt.

Ostern auf der Welt

Osterbräuche in aller Welt

Ostern in „Down Under“

Australischer Osterbilby

Australischer Oster-Bilby

Wer sich fragt, wie Ostern eigentlich außerhalb Europas gefeiert wird, ist hier genau richtig. Wir haben das Land Australien unter die Lupe genommen, um Ihnen zu zeigen, welche Bräuche in „Down Under“ existieren. Dort werden, anders als in den üblichen Ländern, die Osterhasen als Schädlinge bezeichnet. Sie gelten als Bedrohung für die Natur und für die Landwirtschaft Australiens. Alternativ zu den Osterhasen werden Osterbilbies verteilt.

Ein Bilby ist ein einheimischer Kaninchennasenbeutler, der vom Aussterben bedroht ist. Es gibt eine Zeremonie, in dem der Osterhase dem Bilby die Ostereier überreicht, um diese im „fünften Kontinent“ zu verteilen. In vielen Supermärkten werden schokoladige Osterbilbies verkauft. Ein Teil des Erlöses wird für ein gut 14 Quadratkilometer großes Gebiet ausgegeben, das für einheimische Tierarten gedacht ist. Dieses Gebiet wird gepflegt und eingezäunt, um die einheimischen Tierarten vor wilden Tieren zu schützen. Das Ziel ist die Erhöhung der Bilbypopulation.

Religiöse Pein in Finnland

Finnland ist eines der wenigen Länder, in denen das Osterfest einen schmerhaften Charakter besitzt. Hier schlägt man sich mit Birkenruten gegenseitig auf den Rücken, symbolisch für die Palmwedel, mit denen Jesus bei seinem Einzug in Jerusalem begrüßt wurde. In den finnischen Ostertraditionen vermischen sich westliche mit östlichen und christliche mit heidnischen Osterbräuchen. Kinder legen schon Wochen vor dem Fest mit Ostergras gefüllte Schalen auf das Fensterbrett. Die Mädchen ziehen mit geschwärztem Gesicht und als Hexen verkleidet am Ostersonntag durch die Straßen und drohen mit Rute oder fragen nach Kleingeld. Dies klingt fast wie Halloween. Traditionell wird an Ostern Hammelfleisch in verschiedensten Variationen gegessen. Ostereier werden in diesem Land nicht versteckt. Stattdessen werden Mignoneier verspeist. Hierbei handelt es sich um finnische Schokoladenspezialitäten, nämlich mit feiner Schokolade gefüllte, echte Eierschalen.

Rituale und Traditionen in Tschechien

Ein ähnliches Schlagritual wie in Finnland gibt es auch in Tschechien. Am Peitschenmontag klingeln die Männer bei Nachbarinnen und schlagen jungen Frauen mit geflochtenen Weidenruten sanft auf die Beine. Dies soll den Frauen Jugend und Gesundheit bringen. Alternativ werden die Frauen mit Wasser bespritzt. Die Ostereier werden von Mädchen dekoriert und am Ostermontag an die Knaben verteilt. Das übliche Osterlamm wird in Tschechien von einem Pfefferkuchenlamm ersetzt. Meist werden die Ostereier rot bemalt. Dies gilt als Symbol von Gesundheit, Freude, Glück und einem neuen Leben. Die Kinder haben nur bis Mittwoch Schule. Am Abend von Gründonnerstag ziehen die Kinder durch die Gegend und rasseln, um die Judas zu vertreiben. Dies wird an Karfreitag und am Ostersamstag wiederholt. Am Samstag laufen die Kinder nicht nur durch das Dorf, sondern halten auch an jedem Haus und rasseln, bis ihnen etwas Geld gegeben wird.

Hexen- und Geistervertreibung in Schweden

Nicht in jedem Land liefern die Osterhasen die Ostereier. In Schweden verstecken die Küken die Eier. Die Wohnungen werden traditionell in der Farbe des Osterkükens geschmückt. An Gründonnerstag ziehen schwedische Kinder mit Kopftuch, langem Rock und Besenstil bekleidet durch die Straßen und bitten um Süßes. Das Osterfeuer in Schweden geht auf einen heidnischen Brauch zurück, mit dem man böse Geister und Hexen vertreiben will. An Ostern werden zudem traditionell eingelegte Heringe gegessen.

So wird Ostern in Italien gefeiert

Piazza San Pietro im Vatikan

Ostern auf dem Petersplatz im Vatikan

In Italien nehmen die Bürger das Osterfest sehr ernst. In Rom versammeln sich die Leute am Ostersonntag auf dem Petersplatz, um den päpstlichen Segen „Urbi et Orbi“ zu empfangen. Traditionell wird „Colomba Pasquale“ gegessen. Hierbei handelt es sich um einen süßen Kuchen mit Mandeln und Zucker in Form einer Taube mit gespreizten Flügeln. Die Kinder bekommen große Geschenkeier, in denen sich viele verschiedene Leckereien befinden. Karfreitag ist in Italien kein Feiertag. Zur mahnenden Erinnerung an den Leidensweg Christi wird das Kirchenkreuz langsam durch die Straßen getragen, begleitet von dunkel gekleideten und schweigenden Menschen. An diesem Tag wird vorzugsweise Fisch gegessen. Süßigkeiten und Leckereien sind an diesem Tag verpönt. Der Priester muss erst einmal das Osterei segnen, bevor es dekorativ auf der Mitte des Tisches ausgebreitet wird. Dies gilt als Tradition. Das Ei ist ein Symbol für das Wiedererwachen der Natur. Die Eier werden nicht gefärbt und gesucht, sondern verschwinden und werden im Osterkuchen wieder gefunden. Ostermontag treffen sich die Familien und machen zusammen ein Picknick. Meist wird eine „Torta die Pasquetta“ gegessen. Das ist ein Kuchen, der mit Eiern, Ricotta und Spinat gefüllt ist. Da es an Ostern meist warm ist, wird auch sehr gerne Eis gegessen. Anschließend gibt es am Abend ein romantisches Essen bei Kerzenlicht. Entweder im Restaurant oder Zuhause.

Extras:

Osterbräuche Teil 1

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2 Kommentare

  1. Karton sagt:

    Super Artikel

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