Geschichte atmen, Perspektiven entdecken

Ein einzigartiges Erlebnis an einem magischen Ort: Die Heilstätten.

Es ist dieses gruselig-schöne „Lost Places“-Gefühl, dass einen übermannt, wenn man einen Fuß auf das weitläufige Gelände der Beelitzer Heilstätten setzt. Es ist dieser verwunschene Charme alter Gebäude, der einem die Gänsehaut über den Rücken laufen lässt. Ja, Sie sollten definitiv einen Besuch von Beelitz-Heilstätten mitsamt Baumkronenpfad in Betracht ziehen, wenn sie auf der Suche nach dem „Wow“-Effekt, nach spannender Geschichte und beeindruckender Architektur sind.

Verlorene Orte: Die Lungenheilanstalt Beelitz-Heilstätten; Alpenhaus

LostPlaces – Im Alpenhaus in Beelitz-Heilstätten; ©Baum&Zeit _ Baumkronenpfad Beelitz-Heilstättens

Geschichte bewegt: Lungenheilstätte

Verlassene Orte - Die Chirurgie in Beelitz-Heilstätten

Führung durch die Chirurgie; ©Baum&Zeit Baumkronenpfad Beelitz-Heilstätten

Die Landesversicherungsanstalt Berlin kaufte im Jahre 1898 von der Stadt Beelitz für den Bau einer Lungenheilanstalt und eines Sanatoriums ein etwa 140 Hektar großes Waldareal. Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden die nach Geschlechtern getrennten Lungenheilstätten. 1902 fand die erstmalige Belegung der neuerbauten Heilstätten mit einer Kapazität von 600 Bett statt. Die sprunghaft ansteigende Zahl der Lungenkranken bewirkte, dass weitere Pavillons (Krankenhausbauten) mit einer Kapazität von etwa 300 Betten gebaut wurden. Bis 1926 wurden bis zu 66.445 Männer, 43.953 Frauen und 6.559 Kinder als Patienten in Beelitz-Heilstätten aufgenommen. Drei Jahre später gab es 1.338 Betten, davon 950 für Lungenkranke und 400 Betten für Patienten mit Nervenschwäche, Rheuma und Magen- und Herzleiden. Oberstes Ziel der Behandlung in den Heilstätten war die „Verhütung von Invalidität“ und die „Wiederherstellung von Erwerbsfähigkeit“.

In der Zeit des Ersten Weltkriegs wurden die Heilstätten und deren Gelände zum Vereinslazarett des Roten Kreuzes umfunktioniert. Am 03. August 2014 wurden dazu alle transportfähigen Patienten entlassen. In der Kriegszeit standen 1.525 Betten zur Verfügung. Rund 12.586 Soldaten wurden verpflegt, bis 1920 aus dem Lazarett erneut die Lungenheilstätte wurde.

Wie es nach dem Ersten Weltkrieg mit der Lungenheilstätte, in der unter anderem auch der an Leberkrebs erkrankte Erich Honecker 1990 behandelt wurde, weitergeht, erfahren Sie hier:

Geschichte der Beelitz-Heilstätten

Baum&Zeit. Baumkronenpfad Beelitz-Heilstätten.

Der Baumkronenpfad Baum&Zeit in Beelitz-Heilstätten

Frühlingsspaziergang auf dem Baumkronenpfad; ©Baum&Zeit Baumkronenpfad Beelitz-Heilstätten

Einmalige Natur, gelebte Geschichte und umwerfende Architektur an einem magischen Ort sind der Grund für ein ganz besonderes Projekt: Den Heilstätten-Park mit dem Baumkronenpfad „Baum&Zeit“. Der im September 2011 eröffnete Pfad misst eine Länge von 320 Metern und besitzt fünf große Aussichtsplattformen. Dabei erschließt sich dem Besucher eine völlig neue Perspektive dieses atemberaubenden Geländes. Auf 23 Metern Höhe kann man wandern, wo sonst nur die Vögel fliegen. Und das Ganze sogar barrierefrei. Man kann über den einmaligen Waldpark an der Ruine des Alpenhauses wandern, in die satten Baumkronen greifen, den Wald bestaunen, der seit über 60 Jahren auf dem Dach der Ruine wächst oder einfach die frische Brise und die aufregende Höhe genießen. Der Pfad selbst gibt Blicke auf eingewachsene Bettgestelle und Türzargen frei, die seit der Zerstörung des Gebäudes Wind und Wetter ausgesetzt sind. Vom 40 Meter hohen Aussichtsturm aus kann man das 200 Hektar große Gelände der Heilstätten mitsamt Gebäuden betrachten und sogar bis weit in den Fläming und nach Berlin blicken.


Baum & Zeit Beelitz Heilstätten Teil 1; Quelle: Zweistein, Youtube

Der berühmte Dachwald in Beelitz-Heilstätten

Ruine Alpenhaus und der Dachwald Pfad; ©Baum&Zeit Baumkronenpfad Beelitz-Heilstätten

Baum & Zeit Beelitz Heilstätten Teil 2 und Teil 3

Wer Geschichte zu Boden erleben möchte, der sollte eine der thematischen Gebäudeführungen unternehmen. Dabei kann man verschiedene Führungen buchen. Unter anderem ist es möglich, die alte Chirurgie im Quadranten A zu erforschen oder an einer Führung durch Labor, Kochküche und einem weiteren Gebäude teilzunehmen. Ein besonderes Erlebnis, das es ab Ostern 2018 geben wird, ist eine Führung durch das Tunnelsystem der Heilstätten. Auch auf Kinder warten zu Ostern zwei spannende Führungen. Zum Einen gibt es eine Kinder- und Familienführung mit der Möglichkeit tolle Bilder zu schießen und zum Anderen gibt es die Geo-Cach Kinder- und Familien-Schnitzeljagd „Finde das verlorene Erbe“. Beide Kinderaktionen dauern in etwa anderthalb Stunden.

Weitere Veranstaltungen in Beelitz-Heilstätten

Lange Oster-Nacht des Lichtes, 31. März

Am 31. März findet die Erlebnis-Osternacht mit Feuerlauf, Ostereierschnitzejagd, Dachwaldleuchten mit Musik und künstlerischen, astronomischen und regional-kulinarischen Zutaten im mystisch beleuchteten Waldpark statt. Wer möchte, kann eine Taschenlampentour dazu buchen. Start in den Reigen der Langen Nächte am Baumkronenpfad ist um 20:00 Uhr. Im Ticketpreis enthalten sind unter anderem 1 Glas Begrüßungssekt, die Kunstaktionen und Mitmachangebote sowie der Eintritt ins illuminierte Erlebnisareal inklusive Baumkronenpfad.

Eintritt: 15,- pro Person
Kinder von 7 bis 17 Jahre: 10,- pro Person
Beginn: 20:00 Uhr

Die erste Lichternacht „Das große Erwachen“, 11. Mai

Was verstehen Sie unter Romantik? Eine frühlingshafte Mainacht in einem lauschigen Park, funkelnde Sterne, ein Saxophon und Kerzen, die eine charmante Stimmung in den Wald-Park zaubern? Das, ein Glas Sekt und ein umwerfender Blick auf die Sterne vom 40 Meter hohen Aussichtsturm warten auf Sie.

Eintritt: ab 25,- pro Person
Kinder von 7 bis 17 Jahre: 15,- pro Person
Beginn: 20:00 Uhr

Weitere Veranstaltungen gibt es hier.

Extras:

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