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Kraniche: Der laute Schrei auf leisen Schwingen

26.08.2021

Beim Kranorama am Günzer See beginnt der Vogelzug

Sie zetern, schreien und schnattern hoch über den Köpfen ihrer Beobachter. Kraniche sind äußerst gesellige Genossen. Ihr tierisches Geplapper dient ebenso der Kommunikation wie bei uns Menschen. Nur, dass ihre Sprache international ist: Verständigungsschwierigkeiten zwischen den deutschen Exemplaren und ihren Artgenossen aus Skandinavien und Osteuropa gibt es keine. Durchdringend und markant erheben sie ihre Stimme, wenn sich die Gruppen am Boden zusammenfinden, um später gemeinsam ihre beeindruckende Flugformation in den Himmel zu zeichnen. Am Kranichzentrum beim Günzer See werden Naturbegeisterte in diesen Tagen Zeuge des faszinierenden Schauspiels.

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Wer die scheuen Kraniche beobachten möchte, muss Abstand wahren. Das Auto ist die beste Tarnung. © haiderose/stock.adobe.com

Die ersten Graukraniche stehen bereits jetzt in den Startlöchern für ihre große Reise. Sie sammeln sich, tanken reichlich Energie und futtern sich ein kleines Polster an. Eine letzte intensive Erholungspause, ehe sie sich im Familienverbund auf den Weg nach Süden machen. Mehr als 85.000 Exemplare wurden allein Anfang Oktober 2019 an dem Rastplatz - ca. 15 Kilometer von Stralsund entfernt – gezählt. Tagsüber stärken sich die Tiere auf den abgeernteten Felder der Umgebung, am Abend ziehen sie sich ins Flachwasser zurück, wo sie stehend Schlaf finden. Ablenkungsfütterungen durch Naturschützer machen die Gegend attraktiv und schützen die Landwirte vor Ernteschäden.

Bis zu stattlichen 1,30 Metern kann ein aufrechtstehender Kranich messen. Damit sind sie die größten heimischen Vogelvertreter. Mit ihrer Spannweite schaffen sie es immerhin noch auf Rang 2 - gleich nach dem Seeadler. Obwohl sich ihr Bestand bei uns in den vergangenen Jahren zunächst erholt hat, zählen sie zu den besonders schutzwürdigen Arten. Die Trockenheit und Hitze der letzten Sommer gefährden die Population, welche dringend Feuchtgebiete benötigt.

Graukraniche haben ein empfindliches Gemüt und ihre Fluchtdistanz liegt bei mehr als 300 Metern. Darum sollten interessierte Vogelbeobachter sich nicht nur leise verhalten und unauffällig kleiden, sondern am besten ihr Auto als Tarnung nutzen. Um ihren Motiven besonders nahe zu sein, können einzelne passionierte Naturfotografen spezielle Hütten mieten, die ihnen als Versteck dienen. Fühlen sich die sensiblen Kraniche gestört, heben sie ihren Kopf und fliegen bei weiterer Annäherung erschrocken auf. Eine Energieverschwendung, die sie im Zweifel auf ihrem langen Zug Richtung Süden gefährdet.

Wem eine Reise im Herbst zu kurzfristig ist, darf für das Frühjahr planen. Dann eröffnen die Kranichpaare bereits in den frühen Morgenstunden ihren Tanz, balzen um die Gunst des Partners, zeigen mit Sprüngen, Flügelschlägen und Zickzackläufen ihre Erregung. Die Übermütigsten unter ihnen werfen Steine oder Pflanzenteile durch die Luft. Zwischen März und April kommen die Vögel zurück nach Groß Mohrdorf in Mecklenburg-Vorpommern und suchen ihre Nahrung an den Rastplätzen nahe ihrer Brutreviere.

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Catrin Junker

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