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Matera: Vom Schmuddelkind zum Bond-Darsteller

14.10.2021

Italiens älteste Stadt abseits der Filmkulissen

Ich bin eine Ahnungslose. Mein Wissen über James Bond ist – wenn überhaupt – nur in Fragmenten vorhanden. Selbstverständlich kenne ich seinen Lieblingsdrink und würde mit etwas Anstrengung auch noch alle Hauptdarsteller aufzählen können. Bei den Inhalten muss ich leider passen. Wenn sich das Gespräch im Freundeskreis um den neuesten Streifen „Keine Zeit zu sterben“ dreht, versuche ich dennoch zu punkten. Denn ich war in Matera: Der historischen Kulisse, in der der Aston Martin durch verwinkelte Gassen rauscht. Egal ob 007-Anhänger oder nicht, die älteste Stadt Italiens ist allemal eine Reise wert.  

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Matera - eine Stadt zum Genießen © privat

Matera war das Schmuddelkind Italiens: Menschen, die in primitiven Höhlen lebten, ohne Strom und fließendes Wasser und das noch in der Mitte des 20. Jahrhunderts. „Sassi“ heißen die Formationen aus hellem Kalkstein. Der einstige Schandfleck steht heute auf der UNESCO Welterbeliste und ist magischer Anziehungspunkt für Besucher. Mit dem ersten Blick auf die Siedlungen beginnt eine Zeitreise: Verschachtelt, verwinkelt, strahlend schön, präsentiert sich eine der ältesten noch bewohnten Städte der Welt. Nicht überrestauriert, sondern noch immer charmant: Mit holperigen Gassen, kleinen Läden, urigen Restaurants – jede Ecke taugt als malerischer Fotospott.

Zeit und Muße sollten zum Reisegepäck gehören. Selbstverständlich lässt sich das hügelige Gelände auch in einem Tagesausflug erobern. So richtig abtauchen in die Atmosphäre kann man jedoch am besten nachts, wenn die Häuser wie von selbst zu leuchten scheinen. Dann lohnt es sich auch die ausgetretenen Pfade zu verlassen und um die nächste Ecke zu biegen, um wirkliche Stille zu tanken. Das Schönste an Matera ist für mich die Stadt an sich. Also im Zweifel einfach entspannt losmarschieren, ganz ohne Plan. Angst vor chaotischem Verkehr muss niemand haben. Autos sind nur mit einer lokalen Sondergenehmigung zugelassen. Daher benötigt man einen langen Atem auf dem Weg durch das Auf und Ab der alten Straßen. Wer fußmüde geworden ist, kann auf eine Elektro-Rikscha oder eine stilechten Ape umsatteln.

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Chiesa di San Pietro Caveoso und Santa Maria de Idris © privat

Verlaufen kann man sich nicht, neben der Beschilderung dienen zwei zentrale Punkte zur Orientierung. Die Felsenkirche „Chiesa di San Pietro Caveoso“ steht im Zentrum und die höchste Erhebung bildet die „Kathedrale von Matera“ aus dem Jahr 1270. Felsenkirchen sind das zentrale Thema. Insgesamt gibt es in dem Gebiet rund um die Stadt 150 Bauwerke. Besonders beeindruckt hat mich die „Krypta der Erbsünde“ – ca. zehn Kilometer außerhalb. Sie wurde 1963 wiederentdeckt und ihre Malereien stammen aus dem 8. Jahrhundert. Auch unterirdisch startet eine Entdeckungstour: Die Zisterne Palombaro Lungo trägt den Beinamen „Kathedrale des Wassers“ und ist ein komplexes Labyrinth, durch das Führungen angeboten werden. Doch wie sah das ganz normale Leben in den Höhlenwohnungen aus? Einen Einblick gewährt das „Casa Grotta“. Die mit originalen Möbeln und Werkzeugen ausgestattete Wohnung zeigt, wie sich Mensch und Tier den knappen Raum teilten.

Reisende, die ihre Urlaubsplanung gerne an Drehorten orientieren, dürfen sich freuen, denn in Matera wurde bereits reichlich Filmgeschichte geschrieben. Von der langen Liste erwähne ich nur Meilensteine wie Mel Gibsons „Die Passion Christi“, „Das Omen“ und natürlich „James Bond – Keine Zeit zu sterben“.

Wer es etwas einsamer mag und einen echten „lost place“ besuchen möchte, für den habe ich noch einen echten Geheimtipp parat: In nur 25 Kilometer Entfernung befinden sich die Gravina di Ginosa. Eine längst vergessene Geisterstadt, die fernab von Touristenströmen liegt.

Eine Unterkunft in der Nähe finden Sie hier:

Weitere Informationen erhalten Sie auf folgenden Seiten:

Catrin Junker